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Heizen mit Gas
Erdgas wird als brennbares, natürliches Gas aus dem Erdinneren gefördert. Als Energieträger wird es zum Kochen, für die Stromproduktion, neuerdings zum Autofahren – und zum Heizen genutzt.
Erdgas wird direkt per Leitung ins Haus geliefert. Ein Vorratslager ist nicht erforderlich.
Moderne Gasheizkessel nutzen auf der Basis der Brennwerttechnik die im Erdgas enthaltene Energie sehr effizient, schadstoffarm und sparsam. Sie arbeiten auch mit beigemischtem Biogas und tragen damit zur Schonung natürlicher Ressourcen bei. Zudem können sie energiesparend und ressourcenschonend mit regenerativen Energien wie der Solarwärme kombiniert werden.
Die Gas-Brennwertheizung und ihre Technik
Gasheizkessel erzeugen Wärme für die Heizung und das Brauchwasser durch die Verbrennung von Erdgas. Gas-Niedertemperaturkessel arbeiten mit einer witterungsgeführten Regelung. Die Temperatur des Wasserkessels wird an die Außentemperatur angepasst. Besonders effizient ist die Nutzung von Erdgas in Verbindung mit moderner Brennwerttechnik.

Effizient Heizen mit Gas
Brennwertgeräte verwerten nicht nur die Wärme, die direkt bei der Gas-Verbrennung entsteht. Sie nutzen auch die Kondensationswärme, die beim Verbrennungsprozess abgegeben wird. Bei herkömmlichen Kesseln entweicht diese ungenutzt durch den Schornstein. Brennwertkessel gewinnen die Kondensationswärme und nutzen sie zusätzlich für das Heizsystem. Das steigert die Effizienz, senkt die Heizkosten und schont die Umwelt.
Durch ihr spezielles Konstruktionsprinzip erreichen Brennwertgeräte einen sehr hohen Nutzungsgrad von nahezu 100 Prozent. Damit arbeiten sie besonders energiesparend. Im Vergleich zu Heizkesseln älterer Generation können sie den Heizungsverbrauch um bis zu 30 Prozent und mehr senken.
Bei Neubau und Modernisierung ist die Brennwerttechnik heute moderner Standard. Brennwertgeräte lassen sich praktisch überall dort einsetzen, wo bisher ein herkömmlicher Heizkessel betrieben wird.
Im Vergleich zu älteren Kesseln liegen die Anschaffungskosten etwas höher. Der Kesselaustausch macht sich in der Regel aber bereits nach kurzer Zeit bezahlt. Gleichzeitig werden die klimabelastenden CO2-Emissionen deutlich verringert.
Erdgas und erneuerbare Energien – Ein starkes Team
Mittlerweile besteht bei vielen Gasversorgern die Möglichkeit, die Erdgaslieferung mit Bio-Gas zu ergänzen und damit einen Beitrag zur Schonung von Umwelt und Ressourcen zu leisten.
Durch die Kombination des Gas-Brennwertkessels mit einer Solaranlage zur Warmwassererzeugung lassen sich zusätzlich Energieeinsparungen erreichen.

Brennwerttechnik und Solarwärme
Solaranlagen liefern umweltfreundliche Wärme ohne CO2-Emissionen. Moderne Kollektoren wandeln eintreffende Sonnenstrahlen mit einem hohen Wirkungsgrad in nutzbare Wärme um. Allerdings können sie die Heizungsanlage nicht vollständig ersetzen. Als Basis wird ein zusätzliches System zur Wärmeerzeugung benötigt.
Eine besonders effiziente Kombination bieten der Gas-Brennwertkessel und die Solaranlage. Sie spart Energie, schont die Umwelt und bietet ganzjährig eine sichere, effiziente und komfortable Wärmeversorgung. Darüber hinaus erfüllt sie neue gesetzliche Anforderungen und wird gezielt gefördert.
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Während der Sommermonate wird häufig die gesamte Warmwasserbereitung durch Solarthermie gedeckt. Der Heizkessel kann ganz abschalten. Im Winter sorgt der Heizkessel immer dann für die zusätzlich benötigte Wärme, wenn die Sonneneinstrahlung nicht zur kompletten Warmwasserversorgung ausreicht. Das Zusammenspiel wird von der Anlage automatisch geregelt.
Eine Heizungsmodernisierung mit Solarthermieanlage bietet zunehmend Unabhängigkeit von steigenden Energiepreisen und steigert den Wert der Immobilie. Das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz schreibt vor, dass Neubauten in Deutschland seit dem 1. Januar 2009 anteilig auch erneuerbare Energien zur Wärmeversorgung nutzen müssen. Beim Einsatz von Solarthermie gilt diese Verpflichtung mit einem Anteil von 15 Prozent des Wärmebedarfs als erfüllt.

Fakten zur Gasheizung
Tipps zur Modernisierung
Erdgas – ein fossiler Energieträger
Erdgas ist ein natürlicher Energieträger. Durch Bohrungen wird es aus dem Erdinneren gefördert. Unterirdische Leitungssysteme transportieren es direkt zum Verbraucher. Mit Erdgas wird geheizt, Wasser erwärmt, gekocht und gegrillt, gekühlt, Strom erzeugt und Auto gefahren.
Vom Plankton zum Gas
Erdgas besteht aus rund 90 Prozent Methan und weiteren leichten Kohlenwasserstoffen wie Ethan, Propan, Butan und Ethen. Das heute genutzte Erdgas entstand vor Millionen Jahren aus organischen Stoffen und bildete sich unter anderem bei der Entstehung von Erdöl. Ausgangsmaterial waren abgestorbene Reste von Plankton und Algen, die auf den Meeresgrund absanken.
Ein weiterer Erdgas-Produzent ist Kohle. Es wird dann zum Beispiel in den Niederlanden und der südlichen Nordsee gefördert.
Aufbereitung
Erdgas lässt sich praktisch so einsetzen, wie es gefördert wird. Für seine Gewinnung, Trocknung und Reinigung benötigt man nur wenig Energie. Über Hochdruckleitungen erreicht das Erdgas die Gasaufbereitungsanlage. Im Freiwasserabscheider fallen die vom Gasstrom mitgetragenen feinen Wassertröpfchen aus und werden als Wasserphase abgeschieden. Durch Temperaturerhöhung, Druckdrosselung und die Zufuhr von Glykol kondensiert das restliche Wasser. Das aufbereitete Erdgas wird anschließend mit einem Druck bis zu 100 bar in die Ferngasleitungen eingespeist.
Erdgas und Öl - Die Geschichte einer Bindung
Geht es um die Kosten für Erdgas, spielt die Ölpreisbindung eine große Rolle. Die Ölpreisbindung ist eine internationale, nicht gesetzlich verankerte, brancheninterne Vereinbarung zwischen ausländischen Lieferanten und deutschen Importeuren. In den 60er Jahren eingeführt, diente sie vorrangig der Sicherung von Investitionen im Bereich der Förderung und Leitung von Erdgas. Damals war man sich nicht sicher, ob sich Erdgas wegen der enormen Investitionen für den Pipelinebau durchsetzen würde. Die meisten Erdgasförderer waren zudem Erdölproduzenten. Um sich bei einem Erdgas-Erfolg nicht selbst Konkurrenz zu machen, wurde die Gaspreisentwicklung an die des Erdöls angelehnt.
Die Gaspreise werden nun seit Einführung der Ölpreisbindung mit halbjährlicher Verzögerung an den Ölpreis angepasst.
Biogas – Energie aus der Landwirtschaft
Biogas entsteht bei der Vergärung organischer Stoffe. Pflanzenreste, tierische Abfälle oder speziell angebaute, schnell wachsende Energiepflanzen und Zwischenfrüchte aus der landwirtschaftlichen Kreislaufwirtschaft vergären zu Biogas.
Biogas besteht zu rund zwei Dritteln aus Methan, zu über 30 Prozent aus Kohlendioxid und zu geringen Anteilen aus Wasserstoff und Schwefelwasserstoff. Durch spezielle Aufbereitungsverfahren wird der Methananteil erhöht und das Biogas zu Erdgas-Qualität aufbereitet. Seit 2007 etablieren sich in Deutschland zunehmend Versorger, die eine bundesweite Belieferung von reinem Biogas oder Beimischungen zu fossilem Erdgas anbieten.
Biogas im Energiemix
Auf Grund seiner Eigenschaften eignet sich Biogas gut für den Energiemix aus unterschiedlichen Energieträgern. Biogas ist eine erneuerbare Energie, die im Unterschied zu anderen erneuerbaren Energieträgern wie Wind oder Sonne kontinuierlich verfügbar ist.
Biomasse und Biogas lassen sich speichern und können so flexibel in Spitzenzeiten des Energieverbrauches eingesetzt werden. Die Biogas-Produktion reduziert die Abhängigkeit von Energie-Importen und unterstützt die heimische Landwirtschaft.